Hi Leute,

habe mir mal ein paar Gedanken über neue Questabenteuer gemacht.

Mein Abenteuer besteht aus einer Reihe von 10 Quests und handelt davon, dass der Spieler im 16. Jahrhundert als neuntes Kind einer Bauernfamilie geboren wird.
Dies ist zu der Zeit nicht unüblich - im Gegenteil, als Neuntes war man meistens noch nicht das letzte Kind. Die Erbfolge war fast immer klar geregelt. Meistens erbte der ältestete Sohn. Die Töchter mussten also möglichst eine gute Partie bei der Heirat machen und die anderen Söhne mussten sich selber um ihren Lebensunterhalt kümmern. Sie wurden Tagelöhner oder Gehilfen, versuchten sich als Fuhrleute oder fuhren zur See.

In unserem Fall liegt ja nun mal der Seemann nahe... So wurden die Kinder also in der Regel so mit 12, 13 Jahren in die Obhut eines Seefahrers zur Ausbildung gegeben. Mit etwas Glück konnte man ein Schiff erben und hatte nun die Möglichkeit, selbst für sein Auskommen zu sorgen.

So ähnlich war auch die Geschichte von Francis Drake, der 1540 als zwölftes Kind einer Bauernfamilie geboren wurde.
Er hat es dennoch zu einem der bekanntesten Freibeuter, Entdecker und später Vizeadmiral gebracht. Zudem wurde er einer der größten Landbesitzer in Plymouth. Drake veranstaltete seinen eigenen kleinen Privatkrieg gegen Spanien, in dessen Folge die Bank von Sevilla bankrott ging und die Bank von Venedig beinahe ebenso. Lord Burghley bemerkte: "Wahrlich...Sir Francis setzt dem König von Spanien mächtig zu!"

So beruht die Story auf historisch belegtem Hintergrund und soll das Leben von Francis Drake in einem kleinen Abriss hier in Venezianer würdigen.
Außen vor bleibt hier seine Weltumsegelung (The Famous Voyage von 1577 bis 1580), die ihm als erster Engländer nach 1018 Tagen geglückt ist. Ebenso finden seine Tätigkeiten als Bürgermeister von Plymouth und als Abgeordneter im englischen Parlament in den Quest keine Erwähnung.

Alle anderen Akteure stammen ebenfalls aus dieser Zeit und trieben ihr Unwesen auf den sieben Weltmeeren. Einige von ihnen liefen Drake über den Weg, andere passten in die Zeitspanne, die hier wiedergegeben werden soll und mussten für die Quests einfach herhalten.

Wir als Spieler sind von König Phillip II von Spanien beauftragt worden, diesen Drake zu fangen und ihm seinen Kopf vorzulegen. Wir treffen also im Laufe der Quests immer wieder auf Originalschauplätze.

Alle Namen und Ereignisse hat es wirklich gegeben und wurden für meine Quests von mir angepasst. Die Jagd durch einen Kopfgeldjäger auf Francis Drake ist geschichtlich nicht belegt, macht aber die Sache ungemein spannend. Beginn ist unsere Seemannsausbildung und der Entschluss zur Piraterie.


Die Jagd auf Francis Drake

1.) Guernsey

Vor 8 Jahren riet Vater zur Seemansausbildung, da es als 9. Kind eines Bauern für uns nichts zu erben gab. Da stehen wir nun mit dem Schiff, welches uns der Kinderlose Skipper vermachte. Als Schiffsjunge beschritten wir den steinigen Weg über den Matrosen bis hin zum Steuermann. Doch das Leben als Handelsfahrer ist schwer und wenig Ertragreich. So war der Entschluß schnell gefaßt, auf Prisenfahrt zu gehen. In der Spelunke hörten wir, dass ein gewisser François Le Clerc noch einige Haudegen sucht, die sich mit ihm ein Stück vom großen Kuchen holen wollten. Also auf ins Abenteuer - wer will schon ewig leben? Endlich! Nach vier Tagen steht fest, das es am Ende des nächsten Wadels neuen Lichts nach Guernsey gehen soll.

2.) Puerto Santo

Die Männer sind wie berauscht nach unserem großen Erfolg in Guernsey. Sie wollen mehr! Mehr Gold, mehr Ruhm, mehr Abenteuer. Dieser Le Clerc ist ein Teufelskerl. Obwohl er bei der Seeschlacht vor Guernsey ein Bein verloren hatte, war er nicht davon abzubringen nach Puerto Santo zu segeln. Nachdem die Aufteilung der Prise ausgemacht war, schlossen wir uns ihm an und griffen Puerto Santo an. Wir versprachen uns viel von der Reise, denn die Insel soll überaus fruchtbar und wohlhabend sein. Also erging der Befehl an die Mannschaft, die Vorräte auzufüllen und sich bis an die Zähne zu bewaffnen, um uns beim kommenden Tidenstieg auf den Weg zu machen.

3.) San German

Die Männer sind wie berauscht nach unserem großen Erfolg in Puerto Santo Sie wollen mehr! Mehr Gold, mehr Ruhm, mehr Abenteuer. Man erzählt sich von lukrativen Unternehmungen gegen spanische Kolonien. Doch wir halten nichts von Gerüchten! Ein betrunken Seemann aus der Mannschaft von Le Clerc, den wir in Puerto Santo in unsere Gewalt brachten, erzählte uns schließlich, was wir wissen mussten. Jeder fängte an zu singen, wenner 3 Tage und Nächte gefesselt bis zum Hals am Strand vergraben wird! Es wird ein weiter Weg, der viele und große Gefahren birgt. Wenn jedoch in der Karibik unser Glück zu finden sein soll, dann los Kammeraden! Hey ho und hoch die Säbel und Pistolen - auf nach San German ihr Landratten!

4.) St. Lucia

Schwere Verluste an Mannschaft und Material mussten wir in San German hinnehmen, doch die Prise war gewaltig. Mit einer noch größeren Flotte und Mannschaft und einigen Scharmützeln später beschließen wir, eine spanisches Linienschiff zu entern. Klar, das wird kein Angelausflug, doch wenn sich bewahrheitet, was uns der Seemann in Puerto Santo sagte, dann könnten wir uns zur Ruhe setzen. Wir segelten zunächst nach St. Lucia und wollten von dort aus auf Jagd gehen. Beim Klabautermann - mögen die Götter und Poseidon uns gnädig sein.

5.) Die Schlacht von San Juan de Ulúa

Unsere Erfolge gegen die Spanier sorgten nicht nur für Neider, sondern auch dafür, das Heinrich II. auf uns aufmerksam wurde. Das Interesse Frankreichs lag klar darin, Spanien zu schwächen. So fuhren wir jahrelang mit einem Kaperbrief gegen Schiffe von Philipp II und die Gewinne waren außerordentlich. Doch wir wurden verraten und gerieten in Gefangenschaft der Spanier. Die einzige Möglichkeit am Leben zu bleiben bestand darin, die Seiten zu wechseln. Philipp II. befand sich offenbar in Zwist mit einem gewissen Francis Drake. Wir sollten für ihn das Problem aus der Welt schaffen. Wir verfolgten den Banditen also und landeten in San Juan de Ulúa...

6.) Überfall auf Nombre de Dios

Die englische Flotte konnte bis auf 2 Schiffe übernommen oder versenkt werden. Um Haaresbreite konnten Drake auf der "Judith" und sein Kompagnon Hawkins auf der "Minion" entkommen. Wir jagden ihn über alle Weltmeere, konnten ihn aber nicht fassen. Philipp II. wurde langsam ungeduldig und setzte uns mächtig zu. 4 Jahre waren wir nun schon hinter Drake her und gaben die Hoffnung schon fast auf. In Plymouth erfuhren wir von Drakes erneuter Kaperfahrt in die Karibik. Wir trafen in El Cedro auf ein verärgertes Mannschaftsmitglied von Kapitön James Raunse. Der Mann hatte offenbar noch eine Rechnung offen und wusste zu vermelden, das die beiden jetzt gemeinsame Sache machen. So verschlug es uns nach Nombre de Dios.

7.) Fort Diego

Es war ein kurzes Scharmützel in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr in Nombre de Dios. Drake wurde angeschossen und mußte einen 70 Fuß langen, 10 Fuß breiten und 12 Fuß hohen Stapel Edelmetallbarren zurücklassen. Davon gelaufen ist er wie ein räudiger Hund und uns schon wieder auf der Insel Bastimentos entschwischt. Eine Hand voll schwer verwundeter Männer fanden wir nur noch vor. Sie verrieten uns sein nächstes Ziel, bevor wir sie von ihren Qualen erlösten. Kapitän Raunse hatte offenbar die Nase voll von Drake und fuhr nach England zurück. Das ist die Gelegenheit, dem berüchtigten Sir Francis Drake endlich in Fort Diego den Garaus zu machen.

8.) Die Blockade von Cartagena

Welch bittere Enttäuschung mussten wir in Fort Diego hinnehmen. Dieser Drake ist uns immer einen Schritt voraus. Doch die Fahrt war nicht gänzlich umsonst. Wir fanden einen von Drakes Brüdern, der sich versuchte mit einem abgebrochen Degen und einem Kissen als Schild zur Wehr zur setzten. Doch gegen eine Muskete kommt man damit nicht an. Wir ließen John angeschossen zurück und folgen seinem Bruder nach Cartagena, wo dieser den Hafen schon seit Tagen blockiert. Offenbar hatte er eine Allianz mit den Cimarrones geschlossen, welche den spanischen Kolonien schon seit Jahren arg zusetzten...

9.) Angriff auf Panama

Anfang April fanden wir Drakes Schiffe am Francisca-Fluss, welche vor uns flüchteten. Wir legten uns auf die Lauer und warteten. Drake hatte einen neuen Verbündeten gefunden. Es war kein geringerer als Kapitän Jean le Testu! Es war ein Gemetzel, was Drake und Testu den Spaniern antaten. Testu konnte auf der Flucht gestellt werden, wofür wir eine ordentliche Prämie kassierten. Von Drake fehlt wieder einmal jede Spur. Mit einer "verrückten Konstruktion" hatte er es geschafft, uns zu entwischen und seine Schiffe zu erreichen . So knapp dran waren wir noch nie!

10.) Das Ende von Sir Francis Drake

22 Jahre ist das letzte Zusammentreffen mit Drake nun schon her. Er hatte fast die gesamte spanische Armada zerstört, worüber Phillip II wahrlich erzürnt war. Er drohte uns mit dem Galgen, falls wir kein Ergebnis liefern. Kurz vor Ablauf seines Ultimatums fuhr Drake uns regelrecht vor die Kanonenmündung, als wir gerade in San Juan ankerten. Der Überfall von Drake und seinem Kompagnon Hawkins wurde für die beiden zum Fiasco. Wir konnten einige Schiffe mit den Prisen der beiden erbeuten. Erwischt haben wir ihn zwar wieder nicht, aber schon im Frühjahr des kommenden Jahres sollte ihn der Teufel zu sich holen. Sir Francis Drake erlag wohl vor Puerto Bello der Ruhr...


Also, wenn Euch meine Geschichte gefällt, dann "votet" dafür und mit etwas Glück, haben wir bald neue Abenteuer, in die wir uns stürzen können.

Für Kritik und Änderungsvorschläge bin ich ebenfalls offen - einfach her damit.

LG Salatschnecke