Grail

Tagebuch des Venezianers Grail

Bewerten
Hm... da bin ich also als Venezianer in Züppern gelandet oder wie die merkwürdige Insel sich nennt.
Und was finde ich dort?
Eben... nichts.
Keine Spelunke wie einst in Nordwind an der Ostsee. Kein leckeres Helles *grummel - schnief*.
Mein Tau, oder wie das Dings sich schimpft, eher ein Ruderboot, ist nach irgend einen Orangenort unterwegs und versucht wurmstichiges Holz am Markt unterzubringen. Wenn es überhaupt an kommt.
Na ja, das kann dauern bei dem "SegeL" *muahhaha*.
Und Landstreicher muss ich hier umhorten, muss ihnen schmackhafte Spezerein anbieten, damit sich die Herrschaften bewegen *HA!*.Damals in Nordwind bei den Patriziern hätten wir die durch die stinkenden Gassen gejagt. Hier muss ich die hofieren ... verrückte Insel.

"Tagebuch des Venezianers Grail" bei Twitter speichern "Tagebuch des Venezianers Grail" bei Facebook speichern "Tagebuch des Venezianers Grail" bei Google speichern

Stichworte: tagebuch Stichworte bearbeiten
Kategorien
Kategorielos

Kommentare

  1. Avatar von Grail
    Tagebuch: 23, August ... äh welches Jahrhundert haben die hier auf Züppern eigentlich?
    Also heute war ich in der Stadt und habe einen Bürger nach dem Weg zur Kirche befragt. Der grinste mich an (dabei bleckten seine Goldzähne), deutete in eine Richtung, drehte sich um und verschwand.
    Die reden hier nicht viel, die Züpperianer.
    In der Kirche angekommen, wollte ich Beichten. NICHT das ich jetzt was zu beichten hätte... iwoo, bin ja eine ehrliche Haut. Aber zu den Seeleuten ihren Schiffsheiligen wollte ich was beichten.
    Tja, nur wo ist der Beichtstuhl?
    Plötzlich wie vom Blitz geschiss.... äh getroffen, stand der Pfarrer neben mir.
    Hochwürden, habe ich zu ihm gesagt, wo ist denn hier der Beichtstuhl?
    Mein Sohn, sagte der Pfarrer, wir haben so etwas nicht in der Kirche.
    !ALTES TAGEBUCH!
    Eine Kirche ohne Beichtstuhl, was soll das für eine Kirche sein?
    Na ja, dann habe ich mich für 5000! Gulden segnen lassen. Das soll fünf Tage halten.
    Eine Kirche ohne Beichtstuhl. !ALTES TAGEBUCH!
    Was für eine verrückte Insel!
    Der Pfarrer, nach dem er die Gulden für den Segen kasiert hatte verschwand so plötzlich wie er aufgetaucht war.
    Na dann spreche ich noch ein Stoßgebet zum heiligen Schutzpatron Nikolaus und wollte mich hinknien.
    Ne, das mit dem knien schmerzt, sitzen ... ja so war es besser.
    Also lieber Nikolaus, schütze meine Schiffe und versenke alle andern.... Amen.
    Eine Kirche ohne Beichtstuhl.....!ALTES TAGEBUCH!
    Rumms....und hinter mir war die Kirchentür zu.
  2. Avatar von The_Fun
    Lach nettes tagebuch
    haste ne lustige art an dir....
  3. Avatar von Grail
    Tagebuch: 24. August 1312
    Auf dieser … verrückten Insel gibt es drei Währungen !ALTES TAGEBUCH!
    Gulden – Goldtaler (Goldzähne) und Euronen.
    Gulden, das ist wie Stroh auf dem Boden einer gut besuchten Spelunke, die werfen sie dir hier hinterher.
    Goldtaler... hm, da grinst der Illuminat, Goldtaler die haben es Faustdick hinter den Ohren. Die locken als Goldzähne, und damit laufen hier auf der Insel eine Menge Wenizianer herum. Da schippert mein Tau über die Mittelsee in Richtung Orangenort. Und plötzlich meldet sich ein Illuminat und flüstert mir ketzerische Sprüche ins Ohr. Ich wollte schon zur Kirche rennen um sofort zu beichten, HA, dann fiel mir ein, beim Pfaffen gibt es ja keinen Beichtstuhl.
    Der Illuminat meinte, wenn ich 3 Goldzähne äh Goldtaler in die Mittelsee werfe, zu Poseidon, dann würde meiner Schwimmhaut von einem Handelsschiff nichts geschehen. HA! Für diese Ketzerei wäre man als Patrizier vor die Inquisition gezerrt worden.

    Als ich gestern wieder Mäuse aus meinem Kontor verjagt habe, die lief eine Maus über einen bunten Fetzen eines Papyrus. Auf dem war ein buntes Bild bemalt: Für 1,99 Euronen würde man zwei Schiffe, einen Batzen Guldenstroh und irgendwelchen Kleinkram erhalten, wenn – ja wenn man diese Euronen den Illuminaten gibt.
    Aus purer Neugierde habe ich das gemacht, und als ich dann meine Kontorbücher durchblätterte !ALTES TAGEBUCH! Da hatte ich plötzlich zwei Schiffe mehr in den Büchern stehen. Ich meine, was soll das? Warum wollen die Inselleute nicht für ihre Schiffe ehrliche Arbeit leisten, damit sie Stolz sein können auf ihre Leistung als Wenezianer.
    Die eigentliche Währung, also die hier wirklich was zählt, sind Euronen. Damit kann man Poseidon wohl bitten einem dem Abtritt zu putzen.
    Verrückte Insel.
  4. Avatar von Grail
    Tagebuch 25.August 1312
    Uff … die Hochzeitsfeier ist vorbei und das Betten auch.
    Auf das ihr immer eine Handbreit Liebe unter euren Herzen habt, verabschiedet uns Hochwürden nach der feierlichen Trauung (Kosten 2 Goldzähne) an der Kirchentür (Spende an die Kirche, damit besonders schön geredet wird: 2500 Guldenstroh).
    Und fast wäre ich in der Kirche verdurstet.
    1 ½ Stunden ohne das frische Helle, das war Schwerstarbeit.
    Olive (meine Frau) konnte es gar nicht lange genug dauern. Logisch, sie hatte sich ein Hochzeitskleid (5000 Guldenstroh) beim besten Schneider der Insel machen lassen. Aus blauer Tartan- und Damastspitze, sah sie aus wie ein Engel. Usuraio Gonna Creatore, der Modehändler hatte sicherlich meiner Olive den Kopf schwurwelig geredet, am Ende hatte Sie sich das teuerste Brautkleid anfertigen lassen von dem Creatäng.
    Zumindest seinen Wein, hätte er mir wohl bei der Anprobe meiner Frau nicht servieren sollen, habe ich weg gesoffen, he-he-he. Einen La Migliore Ticino 1309 * schmatz, wasserläuftimmundzusammen * kredenzt in silbernen Kelchen aus einer venezianischen Meisterwerkstatt, ständig hat er mit einem Auge auf mich geschielt, nur weil ich den Kelch einmal zu lange angeschaut habe. Als ob ich ein Dieb wäre der gleich mit dem Ding um die Ecke verschwindet.
    Als ich Meister Creatore fragte ob noch etwas von dem Ticino, dem Roten, da wäre, meinte El Creatore süffisant, leider wäre das seine letztes kleine Fässchen gewesen und bei meinem Ankommen noch fast voll. Also ich * hicks * das ist nur ein Schluckauf, als ob ich ein Säufer wäre. Ich habe dann geantwortet, schon mancher Schneider hat sich den Finger abgeschnitten weil er zu viel plauderte beim Kleider machen.
    Seine Meisterlichkeit drehte sich verstimmt zu meiner Frau hin und von da ward ich Luft für ihn – trockene Luft.
    Eigentlich war die ganze Hochzeit nichts als eine trockene Angelegenheit: Der Schneider ein Geizhals, der Pfaffe hat in der Kirche kein Bier nur Weihwasser.
    Die Hochzeitstafel war zum Glück eine Abwechslung (3500 Guldenstroh). Reichlich gedeckt mit Fisch, Fleisch, etwas Brot (im Kontor lag nicht viel) Met und viiiieeeel zu wenig Helles. Meine Olive hat mir verboten nur Helles zu trinken.
    Also nur Fasten, und das auf meiner Hochzeit - !ALTES TAGEBUCH!

    Zum Glück waren nur wenig Gäste anwesend, eigentlich sehr wenig, wir sind neu auf der Insel und da kümmern sich die Nachbarn um keinen, eigentlich war kein Nachbar da.
    Noch nicht mal eine Glückwunschbotschaft vom Bürgermeister der Insel … was für eine armselige Bevölkerung. Na umso mehr konnte ich mich wenigsten ein bisschen satt essen.

    Der Minnesänger, schade das es nicht ein Nachfahre von Walter von der Vogelweide war, sang so ein komisches Zeug von Liebe, Triebe, Trallala und Hopsasa (100 Guldenstroh).

    Als Nachtisch gab es crema di tartuffo mit einem Hauch von Rum. Die Tartuffo hat man wohl von außen an ein Rumfass herumgeführt. Der Koch kam aus Limoges, Guy de Marmite habe ich extra für die Feier kommen lassen (2000 Guldenstroh) um seine berühmte Hochzeitstafel zu brutzeln … und dann haucht er die Tartuffo an, der Depp. Weiß doch jeder, die müssen in Rum rumliegen bevor man sie serviert. Den Frust wollte ich mit einem großen Humpen Helles runter spülen, da fühlte ich die Hand meiner Olive auf dem Arm und ihr verneinender Blick auf das Helle, lies mich dann davon Abstand nehmen, man hat ja Anstand. Na das wird eine Ehe werden, hoffentlich endet sie nicht so wie bei Gottfried und Hilda.
    Hilda fand ihren Ehemann am Tisch vor mit nassen Augen.
    Warum weinst du Gottfried?

    Ach, weißt du, ich habe nachgedacht wie wir uns das erste mal trafen, damals am Stadtbrunnen und ich dir Komplimente machte.

    Ach ja, sagte Hilda, daran kann ich mich noch sehr erinnern, du warst so galant.

    Und dann einige Tage später, als wir uns auf dem Hanfsack geliebt hatten im Kontor deines Vaters, sagte Gottfried und er hatte so einen Glanz in seinen Augen.

    Ach ja, seufzte Hilda, auch daran kann ich mich noch sehr erinnern, du warst so stürmisch.

    Und dann kam dein Vater und hat uns erwischt, mir das Entermesser an den Hals gehalten und gesagt: „Wenn du Hilda nicht binnen einer Woche zur Frau nimmst, lasse ich dich für zwanzig Jahre in den Kerker werfen!“

    Ach ja, kicherte Hilda, daran kann ich mich auch sehr erinnern. Aber warum weinst du denn?

    Heute wären zwanzig Jahre rum.

    Es war schon etwas spät geworden als Olive und ich uns zum Betten in das Schlafgemach begaben. Der Koch, die Diener und meine Mannschaft, bis auf die Langweiler die den Weg über die Mittelsee nicht schafften um dabei zu sein, waren alle gegangen und ich hatte einen trockenen Hals von dem Genippe und den kleinen Schlückchen und Prösterchen.
    Das Schlafgemach war hochzeitlich umgeräumt worden, von Santos da Interno. Einem windigen spanischen Möbelrücker (4500 Guldenstroh). Lauter blaues und silbriges Zeugs an den Wänden und Kitsch an den Fenstern. Olive gefällt es. Mir kann es gleich sein, beim Schlafen habe ich die Augen zu.
    Olive wurde plötzlich agil und kaum das ich mich richtig versehen konnte, hüpfte sie wie ein Nymphe splitterfasernackt aufs Bett.
    Na was die kann, kann ich auch. Ich riss mir die Kleidung (500 Guldenstroh) vom Leib und sprang wie Gott mich schuf aufs Bett. !KNACKS! ….. kaum das mein Alabaster Körper richtig im Bett gelandet war, durchzuckte mich ein wahnsinniger Schmerz im Rücken.
    AUS!
    Ich konnte mich nicht mehr bewegen und lag auf dem Bauch.
    Meine Olive meinte ich hätte einen Hexenschuss, und fing an meinen Rücken zu massieren.
    Da kann man mal sehen was der teure Segen vom Pfaffen hilft. Jedenfalls als ich heute morgen erwachte noch immer auf dem Bauch liegend, meine Olive lag mit dem Oberkörper auf meinem Rücken (Sie muss wohl beim massieren eingeschlafen sein) und schnarchte.
    JETZT aber sofort in das Kontor ... nein … nicht wegen den Büchern … ich brauche dringend was Helles * schmatz *, was für eine verrückte Insel.
  5. Avatar von Grail
    Tagebuch 26.August 1312
    Vor Langeweile … auf der Insel gibt es keine Spelunke, das einzige was hier angeboten wird ist eine „Hafenkneipe“, machte ich mich auf den Weg zum Gildenhaus.
    Als ich das letzte mal in einer Hafenkneipe war, glaube es war in Palstek, da flog beim betreten selbiger mir ein leerer Krug an den Kopf, eine blonde Dralline schob sich an meine linke Seite, während ich mir die Beule massierte (am Kopf), und meinte ich soll ihr einen Humpen Helles ausgeben. Mit dem Entermesser musste ich die rauchverhangene Luft zerschneiden um überhaupt etwas sehen zu können. Es roch nach Bier, Rum und gebratenen Fisch und der Abtritt war auch am Geruch zu erkennen. Man musste laut reden damit man dich verstehen konnte, so voll war die „Hafenkneipe“.
    !DAS NENNE ICH HAFENKNEIPE!
    Was die Züpperianer „Hafenkneipe“ nennen hat den Charme eines verbrannten Heuhaufen. Der windige Kerl hinter der hastig gezimmerten Ausgabeplanke, hat nichts zu saufen, will aber für einen windigen Hinweis eine Buddel Rum.
    Ich habe 30 Fässer besten Rum im Kontor und kann diesen in das Hafenbecken gießen. Der Kerl besteht auf EINE Buddel Rum. Ich wollte ihm 100 Guldenstroh anbieten (das ist der Wechselkurs), doch der Windhund von einem undurchsichtigen Kerl war bockig wie ein Esel wenn er arbeiten muss. Für einen, wer hätte das gedacht * flöt * Goldzahn, konnte man in der Rendantur natürlich eine Buddel Rum kaufen. Und 30 Fässer Rum dösen bei mir im Kontor vor sich hin.
    Der Rum ist gut, der Rum ist stark, sagte der Papagei und stürzte sich von Bord.
    !ALTES TAGEBUCH! Was für eine verrückte Insel.
    Ich bin dann ohne seinen windigen Hinweis wieder abgezogen, plötzlich musste ich mich immer kratzen am Kopf, bloß weg hier und Richtung Bader.

    Als ich gerade den Marktplatz passierte, kam ein Nubier auf mich zu. Ich dachte noch...nanu, so weit von der Heimat entfernt trifft man selten jemand von dieser Rasse.
    Der Nubier kam direkt auf mich zu und blieb vor mir stehen.
    Nubier: "Du wollen Stoff ?"
    Ich: "Du hast Stoff?"
    Nubier: "Jaaah, und isst gutt.“
    Ich: Venezianischer Stoff?"
    Nubier: "Was?"
    Ich: "Sind die Stoffe aus Venezien?"
    Nubier: " Nicht Kleid, Koks, Mann.“
    Ich: "Ich heize mit Holz, und alle anderen in der Stadt auch.“
    Nubier: "Was?"
    Ich: "Woher kennst du den Fachausdruck für Kohle?"
    Nubier: "Ey Mann, das issst guttte Ware, danach du fühlen wie Rossse in Himmmel.“
    Ich: "Was?"
    Nubier: "Du wolllen proobieeren?"
    Ich: " ICH SOLL KOHLE FRESSEN !? Na warte, du elender Wurm von einem Sklaventreiber, dir werde ich zeigen, wo der Bartel den Most holt!"
    Nubier rennt wie von der Pest verfolgt davon und schreit: Du nichtt normall!"
    Ich hatte keine Lust mehr das Gildenhaus anzusehen, ich brauch jetzt was Helles, drehte mich um in ging zu meinem Kontor.
    Was für eine verrückte Insel!ALTES TAGEBUCH!
  6. Avatar von why_not
    *lach*.... ich bin schon sehr gespannt wie dein tagebuch weitergeht.

    lg why_not
  7. Avatar von Grail
    Tagebuch 27.August 1312
    „Dummdideldumm-flöt-pfeif“ mit guter Laune verlasse ich mein Kontor, die ... Moooment mal nachsehen ... nanu, wo ist denn der Wetterbericht. Die Züpprianer haben einen eigenen Wetterbericht – mhh. Der sagt uns Händler wie schön oder schlecht das Wetter ist, und wie sich das auf den Schmuggel und die Gesundheit auswirkt.
    Ist doch logisch. Woher soll der Züpprianer denn wissen:
    Schönes Wetter gut für Gesundheit – schlechtes Wetter schlecht für Gesundheit.
    Das muss man doch sagen. Gibt ja sonst nicht viel davon.
    „Huch, es regnet, sofort an die Küste segeln, das ist schlecht für meinen Gesundheitszustand!“, waren die letzten Worte des Kapitän auf meinem Schiff: Aus dem Weg ich bin Arzt, dann hat die Mannschaft ihn über Bord geworfen.
    Wie dem auch sei, heute fällt der Wetterbericht aus, damit entscheide ich (Finger nass machen und in die Luft gestreckt) es ist ... schönes Wetter.
    Als auf dem Weg zum Gildenhaus.
    Uhhh Gildenhaus, das ehrwürdige Logenhaus, dunkle Gänge, verruchte Schreibstuben, viele Gildenzimmer und vielleicht ein Gildensaal?
    Am Marktplatz sind Ziegelsteine inzwischen so teuer wie Felle. Das wurmstichige Holz bekommt man für 5 Guldenstroh.
    Am Marktplatz geht’s vorbei zum Gildenhaus, rechts davon ist das Gerichtshaus.
    Am Gildenhaus angekommen, sehe ich eine Person mit einem Papyrus in der Hand vor dem Eingang stehen. Der prüft sicher ob man eine Zutrittsberechtigung vorweisen kann. Was weiß ich, vielleicht muss man fünf Katzenfelle im Kontor haben ... AUTSCH ... wer wirft den da mit leeren Bierkrügen?
    Bücke mich um den Krug aufzuheben. Was ist denn da eingraviert? Miau ... nee sieht aus wie mia. Selbst die Katzen nennen sie hier anders.
    Verrückte Insel.
    Ich wende mich an den Kerl vor der beeindruckend großen Tür zum Gildenhaus:
    Na Meister, was muss ich bei mir tragen damit ich das hohe Gildenhaus betreten darf?
    Was?
    Gut, formulieren wir es eben in Inselsprache. Wie viel Goldzähne muss ich dir in die Hand drücken damit ich da (zeige mit dem Finger auf die Tür) reinkomme?
    Wie?
    Himmelarschundzwirn, sprech ich denn kein züpperianisch oder was?
    Was?
    Also gut Meister, geh einfach zur Seite dann kann ich in das Gildenhaus, gell!
    Das geht nicht!
    Was?
    Ja, da kommen Sie nicht rein!
    Ja sind wir denn hier vor einer Tanz-Tenne oder was?
    Wie?
    Hör zu du Papierhalter, wenn deine merkwürdige Erscheinung nicht gleich den Weg frei macht, damit ich das Gildenhaus betreten kann, andernfalls werde ich dich ungespitzt in das Krähennest meines Schiffes: Wie haben nichts an Bord, hauen!
    Sie können das Gildenhaus nicht betreten, weil es keine Zimmer hat.
    Wie?
    Das was Sie als Tür benennen ist eine Wand!
    Was?
    Ich bin hier der Stadtbeauftragte für die Gilden in der venezianischen Region.
    POTZ BLITZ! Wie viel Helles hast du denn schon heute getrunken?
    Wie?
    Du willst mir doch nicht so einen Käse erzählen( da viel mir ein, Käse gibt es in Züppern ja nicht) ... äh ... einen Batzen Lehm da erzählen, dass DIESES HAUS da keine Zimmer HAT!
    Genauso ist es.

    Ich geh an dem Kerl vorbei und zieh und drück .... und nichts tut sich. Der windige Gildenheini hat recht, es ist eine Attrappe. !ALTES TAGEBUCH!

    Ja wie kommt man denn dann zu einer Gilde?
    Das ist ganz einfach, Sie tragen sich hier in meinen Papyrus ein und können sofort mit der Gründung Ihrer eigenen Gilde beginnen, wenn Sie die Gründungsgebühr von 20.000 Gulden zahlen können.
    Aha, und da gibt es keine versteckten plötzlich auftretende zusätzliche Gebühren „flöt“ Goldzähne oder so?
    Nein, das ist alles.
    Ha, ist ja simpel. Nur warum lassen sie dich hier bei Wind und Sturm, bei Hitze und Trockenheit (besonders schlimm) herum stehen?
    Weil das Haus keine Zimmer hat.
    Na, jetzt wo du es sagst fällt es mir auch auf. Und wie kann ich einer Gilde beitreten, ich meine da wo ich herkomme haben die Gilden einem das Kontor eingerannt um Mitglied zu werden?
    Hier nicht, hier müssen Sie den Gilden hinterherlaufen.
    Aha, und wie laufe ich da?
    An der Wand hängt ein Aushang, dort finden Sie die Gildenübersicht. Sie können sich dort eintragen um sich bei einer der vielen Gilden zu bewerben.
    Na Meister, dann hat ja unser Gespräch doch noch gefruchtet, gut stand ... äh gut steh ... nee ... Tach.

    Also schaue ich mir mal den Gildenaushang an. Hm, Züppern hat 8 Gilden und nur vier haben Punkte, wenn interessiert so etwas? Ich will ja wissen was das für eine oder andere Gilde ist. Ah ... ja, man muss hinter den abgebildeten Kopf gucken. Hier stehts, Gildenmeister Carl Crawford in Zypern mit Null Gildenpunkte, tz-tz aber auch, und 1/3 Mitglieder.
    Die Gilde hat also Eindrittel Mitglieder oder was? Und wenn nicht ... was ist 1 / und was ist 3?
    Was haben die denn hier? Händler des Todes. Mit was handeln die, mit Leichen? Habe am Marktplatz noch keine gefunden. Gildenmeister Brandit, also ein zündelnder Bandit. Hat 900 Gildenpunkte und 4/22 Mitglieder. Also 4 Dingenskirchen und 22 Dingensda. Und das Motto der Gilde ist schlicht, einfach, diskret und unauffällig, ja fast introvertiert um nicht zusagen schüchtern: Handeln bis zur Weltherrschaft.

    Bin ich jetzt schlauer als vor dem Gespräch mit dem armen Mann der sein Leben vor einer Türattrappe verbringt?
    NEIN!
    Also, Rückzug zum Hellen in mein Kontor.
    Was für eine verrückte Insel.
  8. Avatar von Grail
    Tagebuch 28.August 1312
    Heute traf ich am Markt den Venezianer Haltick. Der machte ein furchtbar grübelndes Gesicht. Und als ich ihn um Aufklärung bat, meinte er, er habe Probleme mit der Preisbindung am Marktplatz.
    „Wenn es von einer Ware Überschuss auf dem Markt gibt, dann sind die Einkaufspreise hoch, wenn die Ware knapp wird, sinken die Einkaufspreise. Parallel dazu kommt es häufig vor, dass bei einem großen Mangel an einer Ware die Verkaufspreise sehr niedrig sind. Das alles widerspricht dem Prinzip der Preisbildung nach Angebot und Nachfrage.“, sagte er zu mir.
    Aber das ist doch ganz einfach, nehmen wir das Beispiel von heute.
    Am Marktplatz wurden 9.384 Getreide angeboten, mit einem Verkaufspreis von 8 Guldenstroh pro Ballen.
    Zur gleichen Zeit wurden 7.716 Eisenerz angeboten, mit einem Verkaufspreis von 24 Guldenstroh, hätte man Eisenerz an den Marktplatz verkauft, dann würde man pro Eisenerzfass nur 20 Guldenstroh erhalten.
    Beim Fisch ist es schon fast unverschämt.
    Kauft man Fisch (6.715 Fässer lagen am Marktplatz) musste man 18 Guldenstroh hinlegen pro Fass, konnte aber beim Verkauf nur 7 Guldenstroh erhalten.
    Jetzt wäre natürlich interessant wie es in anderen Städten/Provinzen aussieht.
    Wenn es dort genauso aussieht wie hier auf der Insel, dann ... ja dann hat Haltick recht. Dann dreht einer an der Guldenstroh-Schraube ohne Bezug auf die Realität des Handelsvolumen.
    Jetzt brauch ich ein großes Helles.
  9. Avatar von Grail
    Tagebuch 4. September 1312
    Ich riss die Tür zur Kneipe auf und trat mit wuchtigen Schritten in die Gaststube, dabei die Tür offen lassend. Potz Blitz, ist ja mächtig was los in diesem Ort, keins Sa... äh frei herumlaufendes Nutztier unterwegs.
    " Liebste kommen sie ruhig herein, hier sind sie sicher, die Kneipe heißt zum windigen Friedhof", sagte ich in Richtung offene Tür.

    Und nun erschien im Türrahmen meine weibliche Begleitung.
    Tussnelda von Toboso, Tochter des Landesfürsten von Toboso.
    Groß war sie, schlank war sie, schon im reiferen Alter und etwas herb, war sie.
    Um sich blickend schritt sie in die Kneipe, dabei sah sie fast männlich aus in ihrem Hosenanzug, für eine Frau sehr untypisch in dieser Gegend. Aber das braune Ledergewand stand ihr nicht schlecht. Man könnte fast vermuten sie wäre auf der Jagd gewesen.
    " Holdeste, lasst uns dort an meinem Stammtisch Platz nehmen" flötete ich und ging auf den Tisch zu.
    Noch immer um sich blickend folgte die herbe Landschönheit mir.
    Kaum das wir saßen kam auch der Wirt herbeigeeilt.
    Tussnelda orderte einen Wein.
    " Macht euch keine Sorgen", wandte ich mich an meine Begleitung, meine Mannschaft unter der guten Führung meines Oberbootsmann Schlitzer wird alles daran tun Ihr Reisegepäck sicher in die Kutsche zu schaffen.

    " Sagt Grail, wie gehen die Geschäfte?", fragte Tussnelda, als der Wirt auch schon mit den Getränken ankam und den Wein und meinem Humpen Bier auf den Tisch stellte.

    „Na ja, die Marktschreier plärren ja immer sehr laut, bei miesen Angebot und schlechter Nachfrage.“

    "Bei meinem Oheim steht auch immer einer vor der Zugbrücke und bietet seine merkwürdigen und fremdartigen Waren feil. Aber wirf werfen schon mal mit Steinen von der Stadtmauer, besonders die Kinder lieben es.", sagte Tussnelda und nippte an ihrem Wein, wohl um zu prüfen ob er auch gut war.

    " Liebste Tussnelda, aber sagt, wie ist es euch ergangen auf der Suche nach einen neuen Freier?", dies war eigentlich der Grund unseres Besuchs in der Schänke. Wir wollten uns ein paar Geschichten erzählen, hatten aber an Bord nicht die Gelegenheit dies ungestört zu tun.

    " Der letzte der um meine Hand angehalten hat, war ein Franzose", sagte die Edeldame und nahm nun einen kräftigen Schluck aus ihren Weinbecher.
    " Ügo von Clairwo ", setzte sie ihre Rede fort: " Ein windiger Graf; sagte der doch zu mir: wulle wu kusche awek moa; na da habe ich ihm aber eine geklatscht, der hat sicher noch immer eine rote Backe im Gesicht." Zornes Röte konnte ich in ihrem Gesicht erkennen.
    " Ich bin nicht eine Kusche, so ein Lümmel. Der kann sich seinen Grafen sonst wo hinhängen", sagte sie aufgebracht und nahm wieder einen großen Schluck Wein.

    Nun war ja bekannt, dass ihre Durchlaucht schon seit Jahren auf der Suche nach einem männlichen Gegenstück war. Aber es war wie in einem Märchen: Die Prüfungen der Freier waren durch Tussnelda sehr hoch gesetzt. Der Landesfürst verdrehte immer die Augen, wenn ein potentieller Kandidat versagt hat und von der Dame vom Hof gejagt wird.
    Sicher, sie ist keine Schönheit, ihre derbe Art und ihr burschikoses Auftreten gab ihr den Flair eines Stallmeister als einer Dame von Adel. Aber Pferde konnte man mit ihr stehlen.

    " Ha!.. ", rief sie aus und erzählte weiter: " ihr hättet den Baron von Schwalschwapp sehen sollen. Na, ich kann euch sagen, das war vielleicht eine Blamage.“
    Schnell nahm ich noch einen Schluck Bier, jetzt fing die Geschichte interessant zu werden an.

    " Als ich in der dritten Nacht zu seiner Nachtkammer schlich und ihn dort aufsuchte, wurde ich fast vom Blitz getroffen. Da lag der saubere Herr Baron mit unserem Kammerdiener im Bett!", schrie Tussnelda durch die Kneipe.
    Ich nahm meinen Humpen zu Gesicht und tat einen kräftigen Schluck, damit sie nicht mein Grinsen sehen konnte.

    " Hat er den wenigstens das Turnier gewonnen?", fragte ich die Landschönheit.

    " NEIN!, wie denn..... mit seinem Huch-.... und - ach mein Gottchen - ... Getue. Stell dir einen Mann mit einem Zweihänder Schwert vor, der so gluckst wie ein Hühnchen. Sein Gegner hat vor lauter Grinsen und Lachen ständig daneben gehauen, das hat ihm wohl das Leben gerettet. Immer wenn der Gegner auf den Baron zustürmte, rief dieser aus - huch, das tut jetzt bestimmt weh!-.... Jedenfalls konnte dann der Angreifer vor lauter Lachen nicht mehr kämpfen. Der Baron mit seinen – Huch-Attacken - stolperte ständig über seine langen Füße. Den Zweihänder, viel zu schwer für ihn, benutzte er als Pflug und nicht als Waffe. Mein Oheim hat dann auf unentschieden gesprochen, wohl damit der windige Baron sein Gesicht nicht verliert."
    Ich nahm wieder einen laaangen Zug aus meinem Humpen, damit Tussnleda mein Grinsen nicht sah.

    " Vielleicht seid ihr zu wählerisch, liebste Tussnelda", sagte ich zu meiner weiblichen Begleitung und schaute sie verschmitzt an.

    " ICH UND WÄHLERISCH!", rief sie wieder durch die Kneipe.
    " Ein jeder Ehrenmann, von Format und gutem Hause kann mich freien. Nur es gibt sie nicht, Grail. Glauben sie mir alter Freund, ich weiß wovon ich rede", sagte die etwas herbe Dame und nahm einen Schluck von ihrem Wein.

    " Nun", sagte ich zu Tussnelda, „müsste Schlitzer mit dem Reisegepäck fertig sein, wollen wir den stillen Gastraum verlassen oder habt Ihr noch Lust in dieser Totenkammer weiter zu trinken?“, fragte ich die Edeldame.

    " Kommt Grail lasst uns gehen, hier ist es nichts los, kennt Ihr keine andere Kneipe?", fragte die edle Landschönheit und schaute mich treu an.

    " Mh... ich kenne da eine neue Schenke mit den Namen <Kneipe der verlorenen Seelen>, ich denke dort könnt ihr mir dann weiter berichten wer sich alles noch um eure Hand beworben hat", erwiderte ich und legte die Zeche auf den Tisch. Beide standen wir auf und Tussnelda sagte im hinaus gehen: "Ich muss euch unbedingt von dem stolzen Spanier erzählen,... wie hieß er noch gleich....... ahh.... Fernando de Calvados. Das war ein Feger, der hatte Feuer in den Augen...", schwärmte Tussnelda und hinter uns viel die Kneipentür zu.
  10. Avatar von Grail
    Tagebuch 7. September 1312
    „Dumdideldumm- flöt-pfeif-dumdideldum“, was für ein schöner Tag. Als heute das Kontor betrat stolperte ich über Geschenkkisten. Hübsch verpackt mit roter Schleife. Naaaa, dachte ich noch, meine Olive will mir eine Freude machen. Doch die Geschenkkiste war viel zu groß.
    Hmmm... ist denn heut scho Weihnachten? Aber es liegt ja kein Schnee auf dem Marktplatz.
    !ALTES TAGEBUCH! Ziegel hat man mir geschenkt, und das nicht nur einmal.

    Aber wer? Von wem? Und wie soll man sich bedanken, vielleicht etwas anderes zurück schenken.... pffff nicht möglich. Kaum war die Geschenkkiste weggeräumt, schwups, stand eine neue vor der Tür.
    Man freut sich ja (grins) aber warum anomü...anomu.... anomä...also warum unbekannt?
    Na ja, die Insel hat halt so ihre Geheimnisse.

    Nur einen Typen wenn ich erwische, dann ist aber was gebacken. Dem stopf ich seinen Reis in den Rachen bis er kleine puffige Bällchen spucken kann, der Tunichtgut Reis.
    Hat der Mistkerl doch meinen Konvoi geentert.
    Keine Spur was aus meiner Mannschaft geworden ist, sind sie über die Klinge gesprungen oder über Bord. Konnten sie an Land schwimmen oder liegen sie schon auf Grund im Seemannsgrab?
    „Männer, (habe ich meiner geschockten Restbesatzung versprochen), Männer, das wird eine furchtbare Rache geben. Sobald es die finanziellen Mittel zulassen (die Steuern sind zu hoch, schnief, meine Frau hat zu große Ansprüche, schnief und über haupt ist alles teurer geworden), also sobald genügend Guldenstroh vorhanden ist, Männer, werden wir mit einer furchtbaren Seewaffe zurückschlagen – mit einem Kampfschiff. Wir werden die Piratenbrut auf den Grund der Mittelsee schießen.“
    Tosender Applaus von der angetretenen Mannschaft
    .
    "Und so wahr ich hier stehe, Männer, so wahr werden wir jeden Piraten jagen bis diese Seuche ausgestorbe... äh weg geschossen ist!“
    Hurra Gebrüll und heftiges Händeklatschen.

    „Männer, Seebären (großes zustimmendes Gemurmel), lasst uns nun die Kirche aufsuchen und ein kurzes Dankg.... äh Trauergebet über die vermissten Seehelden anstimmen.“
    Alle senkten die Köpfe und plötzlich herrschte Stille.

    „Männer, unser Schutzpatron, der heilige Nikolaus, will das wir ihm mehr Beachtung schenken. Männer, so wahr ich hier stehe, werden wir in den nächsten Tagen die größte Kerze der Mittelsee dem Niko in die Kirche stellen, sobald genügen Guldenstroh in der Kasse ist!“
    Hurra Gebrüll und allgemeine Bewunderung.

    “Männer, Dank meiner bescheidenen Art und meiner absolut glänzenden Leistung wurde ich im Rathaus der Insel zum Könnte... nee äh Connte oder so ausgerufen. Ich gehöre jetzt zum Adel!“

    „Chef“, meldete sich Pitt die Kugel aus der Reihe,“ ist das nicht das stinkende Zeugs von unserem Bauernhof?“
    Die angetretene Meute „mhmzpfrumpff“.
    „Hör mal zu, mein vorlauter Kanonier Pitt; Adel hat immer etwas mit Edel zu tun, das was du meinst, meine kleine Kanonenkugel … IST MIST!“

    „Siehste“, sagte Mäki Messer und rammte seinen Ellbogen in Pitts Rippen, „das habe ich dir doch gleich gesagt, das eine Scheiße und das andere ist eben was Besseres.“

    !“RUHEEE!, wenn ich rede haben die Spatzen den Mund zu halten oder wir machen eine Inventur im Kontor!“, schmetterte ich meine Kompetenz dem Sauhaufen entgegen. „So und nun kehrt, Abmarsch in die Kirche, und wähhee einer macht den Mund unterwegs auf!“
  11. Avatar von Grail
    Tagebuch 9. September 1312
    " Potz Blitz ist das eine kalte Nacht!", sagte ich zu den Männern und riss die Tür zur Kneipe auf.
    Pitt die Kugel, Mäki Messer, Kalle Strumpfbein und ich trampelten in die Schankraum.
    " In Pömpels Arsch ist mehr los", sagte Kalle und schaute sich in dem finsteren Loch um.
    " Ach was soll's, lasst uns dort an dem Tisch da unser Lager aufschlagen", bemerkte ich und ging zum besagten Tisch.
    " Herr Wirt vier große Helle!", plärrte ich in Richtung Bierfass.
    " Oder wollte einer von euch was anderes....hm", sagte ich zu den anderen und schaute sie der Reihe nach an.
    " Also ich hätte gerne eine frische Mi..", wollte Pitt gerade sagen, als ich ihn sofort abblockte.
    " WAGE ES JA NICHT DIESES WEISSE ZEUCH HIER ZU SAUFEN!" brüllte ich zu ihm hinüber.

    Pitt schaute mich mit seinen Hundeaugen an und duckte sich.
    " Ich...ich wollte ja nur....", stotterte er rum.
    " Ja bist du denn auf Labskaus ausgerutscht...hä...glaubst du ich lade euch zu einem Bierchen ein und du kannst dieses.....bääääh mir dreht sich der Magen um wenn ich nur daran denke....weiße dingenskirchen hier nippen...GLAUBST DU DAS !", plärrte ich Pitt wieder an.
    Der duckte sich noch mehr.
    " Aber Chef", sagte Mäki zu mir: " wenn du Pitt noch mehr fertig machst dann muss er das Bier unterm Tisch saufen".
    " HE-HE-HE ", großes Gelächter der anderen.
    " Sauf aber nicht so viel Bier, Pitt sonst musst die ganze Nacht kotzen", sagte Kalle zum verdütscht aussehenden Pitt.
    " HE-HE-HE" wieder großes lachen am Tisch.
    Der Wirt stellte die Biere auf den Tisch und verdrückte sich sofort.
    " AN DIE HUMPEN!", rief ich aus und wir griffen nach den Bierhumpen.
    " AN DEN SACK, ZACK, ZACK!", riefen die anderen zurück und dann herrschte Stille nur das Schlucken war zu hören.
    Mit einem Auge beobachtete ich Pitt der an seinem Humpen nippte.
    Mit lauten Knallen hauten wir die leeren Humpen auf den Tisch, natürlich nicht Pitt, der hatte seinen schon abgestellt.

    " Herr Wirt drei Helle, das Weichei hier trinkt wie eine Lady!", rief ich zum Bierfass.
    " HE-HE-HE" lautes lachen am Tisch.
    " He Lady Pitt wo hast du den deinen Rock heut gelassen", machte Mäki den Pitt an.
    Pitt bekam ein rotes Gesicht.

    Der Wirt stellte drei neue Bierhumpen auf den Tisch.
    " AN DIE HUMPEN!", rief ich wieder in die Runde.
    " AN DEN SACK, ZACK, ZACK!", brüllten meine Matrosen zurück.
    Diesmal waren die Humpen halbleer.
    " Männer, in dieser fröhlichen Runde wollen wir ein Lied singen", stellte ich fest.
    " Ich höre Vorschläge", sagte ich und schaute die Runde an.
    " Wie wäre es mit dem Lied der Naht ?", fragte Kalle Strumpfbein nach.
    " Wie geht'n das", fragte Mäki.
    " Es naht der der Tod!" sang Kalle das Lied an.
    " HE-HE-HE!" lautes lachen in der Runde.
    " Ich kenn ein tolles Lied", rührte sich Pitt.
    " DU....kennst ein Lied?", fragte ich ganz verwundert zu ihm.
    " Ja...Chef, ich kann auch singen und nicht nur Mil....." sofort wurde er wieder von mir unterbrochen.
    " UNTERSTEH DICH DAS WORT HIER AUSZUSPRECHEN !", plärrte ich Pitt an.
    " Wie heißt'n det Lied", fragte Kalle den Pitt.
    " Das ist das Di-di Lied", sagte Pitt mit stolzen Unterton in der Stimme.
    " Na dann lass hören", sagte Mäki und griff zum Humpen.
    Pitt sammelte sich etwas und setzte dann an: " Die Diroler sind lustig, die Diroler sind nett!", sang der Pitt.
    Alle schauten ihn an und dann..........."HE-HE-HE !"
    " Gut gemacht Pitt", lobte ich den Kanonier. Dem schwellte die Brust um Daumenbreite.
    " HAU WECH DAS ZEUCH ", rief ich aus
    Und die Runde antwortete: " HAU WECH DIE SAU!"
    Pitt nahm nun schon einen waghalsigen Schluck und prompt lief ihm aus dem Mundwinkel das Bier herab.
    " Vier neue!", rief ich wieder in Richtung Wirt.
    " Chef dat is doch ooch mal schön, kene Piraten und volle Kontore", bemerkte Kalle zu mir.
    " Heute ist es ruhig, da können wir schon mal ein bisschen feiern", tat ich der Runde kund.
    " Wer hat noch eins?" ,fragte ich die Männer
    " Ich kenn auch eins", sagte nun Mäki und der Wirt stellte die Bierhumpen auf den Tisch.
    " Und...wie heißt es", fragte gespannt Kalle.
    " Man nennt es das Eskolap-Lied", erwiderte Mäki Messer geheimnisvoll.
    " Und... lass hören", rief der ganze Tisch.
    " Es kloappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp", sang Mäki heraus.
    " HE-HE-HE!", und alle griffen zum Bier und nahmen große Schlucke von dem köstlichen Nass, bis auf einem. Aber jede Familie hatte ein schwarzes Schaf.
    Der Wirt wechselte das Bierfass aus und schrammte selbiges über den Boden, dass es ein scharrendes Geräusch gab.
    " Ui..das geht ja einem durch Mark und Bein ", sagte Pitt.
    " Wieso nicht Beine?", fragte Kalle.
    " Weil Piraten meistens nur noch ein Bein haben", erwiderte Mäki.
    " HE-HE-HE !"
    " Herr Wirt, Nachschub", plärrte ich in die Kneipe.
    " Männer, es wird Zeit für Kultur", hob ich die Rede an.
    " Wir werden jetzt gemeinsam ein Liedchen singen damit der eingeschlafene Typ da an den Tisch und der Wirt und......hm...also alle die wir hier nicht sehen, weil sie unter dem Tisch liegen", bemerkte ich zu dieser trostlosen Spelunke.
    " HE-HE-HE !"
    Der Wirt stellte die Humpen auf den Tisch.
    " Bevor wir nun dem Erdkreis zeigen, dass Grail's Männer echte Seemänner sind, wollen wir uns erst stärken", jeder schnappte sich einen vollen Humpen mit Bier und auf mein nicken wurde in einem Zug das Bier ausgetrunken.
    " HUST.....HUST.....würg.....HUST", Pitt hatte sich verschluckt.
    " Schlage vor das Seemann zu intonieren", sagte ich und schaute in die Runde.
    " Zu was?", fagte Pitt.
    " Mensch Pitt, wenn es dich nicht gäbe, man müsste dich erfinden", erwiderte ich.
    " HE-HE-HE !"
    " Pitt du machst mit den Holzlöffeln den Ton, aber summ diesmal richtig kondenstr..... kotzent... also genau Pitt, verstanden?", dabei schaute ich Pitt genau an, der nickte aber zuversichtlich zurück.
    "Alle aufstehen und Haltung annehmen, jetzt geht's los...zwo. drei. vier"

    "Tibitibitip..tibitibitibitip......
    Ich bin ein Mädchen aus Jaffa und liebe den Hafen, die Schiffe und das Meeer.........tibitibitibitip.......ich lieb das Lachen der Matrosen, ich lieb jeden Kuss der nach Salz schmeckt und nach Teeeeeerr,.......wie alle Mädchen in Jaffa, so stehe ich Abend für Abend hier am Kaaaaii,.... und warte auf die fremde Schiffe aus Züppern, aus Port Said, und aus Bengasi.........(*lautgesungen*)....EIN SCHIFF WIRD KOMMEN UND MEINEN TRAUM ERFÜLLEN, UND MEINE SEHNSUCHT STILLEN, DIE SEHNSUCHT MANCHER NACHT........tibitibitibitip.......tibitibitibitip ........(*flüstern und halb gesprochen*).........du bist wieder da, und ich halt dich in meinem Arm.....gib mir noch einen zuch aus deiner Zigaret...äh....Pfeife....(*fffffffuuuhhhh*)......
    (*weiterflüsternundhalbgesprochen*)....schau unter unserem Fenster der Hafen mit den bunten Lichtern,...dort drüben aus der Kneipe wo die Musik herüber kommt, habe ich in den letzten Monaten jede Nacht mit fremden Matrosen getanzt..........(*jetzt wiederlaut*)......EIN SCHIFF WIRD KOMMEN UND DAS BRINGT MIR DEN EINEN, DEN ICH SO LIEB WIE KEEEEINEN UND DER MICH GLÜCKLICH MAAAACHT........EIN SCHIFF WIRD KOOOOMEN UND MEINEN TRAUM ERFÜLLEN UND MEINE SEHNSUCHT STIIIILLEN, DIE SEHNSUCHT MANCHER NAAACHT.......tibitibitibittibitip....
    ditibiditibiditibitip......."
    Lautes Brüllen und Lachen in der Schenke.

    " Wirt eine neue Runde für den besten Seemanns-Chor auf dem Erdkreis", rief ich zum Wirt.
    Alle waren gut gelaunt und setzten sich wieder.
    Schon stand der Wirt mit Tränen in den Augen vor uns und stellte das Bier auf den Tisch. Es hatte ihn richtig mitgenommen.
    " Pass auf das dein Augenwasser auf, dass mein Bier nicht verpanscht wird", sagte ich zum Wirt, der sofort verschwand.
    " MÄNNER, ihr seit richtige Sänger, ich bin stolz auf euch", rief ich in die Runde und griff zum Humpen.
    " HAU WECH DAS ZEUCH!", plärrte ich los.
    " HAU WECH DIE SAU!", plärrten die Seebären zurück und wieder wurden die Humpen geleert, bis auf einen natürlich. Pitt verdrehte die Augen schon.
    " Zeit zum Aufbruch, wir müssen Lady Pitt ins Bettchen bringen, bevor sie uns noch über die Schuhe kotzt", sagte ich zu Kalle und Mäki.
    " HE-HE-HE!"
    Ich warf die Zeche auf den Tisch, Kalle und Mäki schnappten sich Pitt und so verließen wir die Kneipe.